Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, ausgelöst durch die verschärfte Öl-Blockade unter US-Präsident Donald Trump. Die aggressive Anwendung der Monroe-Doktrin, die die Kontrolle über die westliche Hemisphäre fordert, hat direkte Auswirkungen auf die Karibikinsel. Nach dem Druck auf Venezuela und der Androhung von Strafzöllen gegen Länder, die Öl nach Kuba liefern, haben sowohl Venezuela als auch Mexiko ihre Lieferungen drastisch eingeschränkt. Seit dem 9. Januar hat Kuba keine Öllieferung mehr erhalten, was weitreichende Folgen für die Bevölkerung hat.
Die Auswirkungen dieser Krise sind für die Kubaner unmittelbar spürbar. Weitreichende Stromausfälle sind die Norm geworden; in Havanna erreichen sie bis zu 12 bis 15 Stunden pro Tag, was zuvor undenkbar war. Berichte der “Financial Times” zeigen, dass in drei Provinzen der Strom komplett ausfiel und ein Drittel der Bevölkerung betroffen ist. Erschwerend kommt ein ungewöhnlicher Temperatursturz hinzu, bei dem die Werte in einigen Regionen auf null Grad sanken und sogar Frost meldeten – ein seltenes Phänomen für die tropische Insel. Die mangelnde Treibstoffversorgung beeinträchtigt sämtliche Lebensbereiche.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte einen Notfallplan an, um den gravierenden Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr, in Krankenhäusern, Schulen, der Wirtschaft und dem Tourismus entgegenzuwirken. Er betonte die Notwendigkeit, sich zu verteidigen, anstatt aufzugeben, und fragte rhetorisch, wie man ohne Treibstoff Felder bestellen oder Kinder zur Schule schicken solle. Während Mexiko humanitäre Hilfe signalisierte, erklärte Díaz-Canel Kubas Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA, forderte jedoch einen Dialog ohne Druck, Vorbedingungen und auf Augenhöhe – eine angesichts der aktuellen Machtverhältnisse herausfordernde Bedingung. Ein formeller Dialog besteht laut kubanischer Seite bisher nicht.
Ein treibender Faktor hinter der verschärften US-Politik ist US-Außenminister Marco Rubio, ein Sohn kubanischer Einwanderer, der das kubanische System strikt ablehnt. Seine persönliche Agenda spielte bereits bei der Destabilisierung Venezuelas eine Rolle. Die Situation in Kuba verdeutlicht die direkten menschlichen Kosten dieser geopolitischen Spannungen, wo Menschen wie die Frau in Santa Cruz del Norte auf Kohle zurückgreifen müssen, um ihre täglichen Mahlzeiten zubereiten zu können.
Source: Read Original

