Die Rhein-Neckar Löwen haben in der Handball-Bundesliga nachträglich zwei Punkte verloren. Grund ist ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Schiedsvereinbarung. Die HBL teilte mit, dass die Partie des 22. Spieltags vom 20. Februar gegen den TBV Lemgo Lippe, die die Löwen ursprünglich 32:30 gewannen, nun mit 0:2 Punkten und 0:0 Toren zuungunsten der Löwen gewertet wird. Diese Entscheidung trifft den aktuell auf Rang sieben liegenden Club hart und hat umgehend eine Reaktion der Löwen hervorgerufen, die rechtliche Schritte angekündigt haben. Der anfängliche Jubel nach dem Sieg gegen Lemgo ist nun einer herben Enttäuschung gewichen.
Der Ligaverband HBL erklärte, dass der Punkteabzug auf einem formellen Verstoß gegen die Anti-Doping-Schiedsvereinbarung basiert. Demnach befand sich ein Spieler der Rhein-Neckar Löwen auf dem Spielberichtsbogen, für den keine unterschriebene Anti-Doping-Schiedsvereinbarung vorlag. Seit dem 1. Januar 2026 (Anm.: vermutlich ein Tippfehler im Originaltext, ggf. 2022 gemeint) ist die Vorlage einer solchen Vereinbarung zwingende Voraussetzung für die Teilnahmeberechtigung. Laut Regelwerk wird ein Spiel als verloren gewertet, wenn diese Vereinbarung nicht vorgelegt wird. Alle Lizenznehmer waren zuvor ausdrücklich auf die Konsequenzen eines fehlenden Dokuments hingewiesen worden, was die Ernsthaftigkeit der HBL in Bezug auf die Einhaltung der Regeln unterstreicht.
Löwen-Geschäftsführer Holger Bachert bestätigte den Erhalt der Entscheidung der HBL und kündigte an, dagegen vorzugehen. „Die Handball-Bundesliga hat uns über den Sachverhalt und die daraus resultierende Entscheidung seitens der HBL informiert. Wir als Rhein-Neckar Löwen leiten innerhalb der von der HBL gesetzten Frist gegen diesen Bescheid rechtliche Schritte ein“, sagte Bachert. Er bat um Verständnis, dass man sich zum weiteren Vorgehen sowie zum laufenden Verfahren nicht äußern werde. Dies deutet auf einen potenziell längeren Rechtsstreit hin, da die Löwen offenbar fest entschlossen sind, ihre verlorenen Punkte zurückzugewinnen und ihre Position in der Liga zu verteidigen.
Der Punkteabzug sowie ein Übertrag an den TBV Lemgo Lippe erfolgen erst nach Abschluss des gesamten Verfahrens. Gegen die Entscheidung kann nach Zustellung Einspruch bei der 2. Kammer des DHB-Bundessportgerichtes eingelegt werden. Dieser Fall unterstreicht die strikte Haltung der HBL bezüglich administrativer Compliance und Anti-Doping-Regelungen, um die Integrität des Sports zu wahren. Die Handball-Community wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen, da das Ergebnis des Verfahrens nicht nur die Tabelle der Bundesliga beeinflussen, sondern auch einen wichtigen Präzedenzfall für ähnliche formelle Verstöße schaffen könnte.

