Deutsche Sparkassen bauen ihren Zugang zum Kryptomarkt aus. Kunden können über ihre bestehende mobile Banking-Anwendung fünf bekannte digitale Vermögenswerte handeln. Dazu zählen Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon. Die DekaBank stellt die Infrastruktur für Handel und Verwahrung bereit.
Der Ausbau soll schrittweise erfolgen. Nach den vorliegenden Angaben könnten sich jeden Monat weitere 30 bis 40 Sparkassen anschließen. Damit erhalten mehr Kunden die Möglichkeit, Kryptowährungen über eine ihnen bereits vertraute Bankanwendung zu kaufen und zu verkaufen.
Bislang nutzen viele Anleger dafür spezielle Kryptobörsen oder separate Handelsplattformen. Das Angebot der Sparkassen könnte den Einstieg vereinfachen. Kunden müssen sich nicht unbedingt bei einem zusätzlichen Anbieter anmelden, um Zugang zu den fünf digitalen Vermögenswerten zu erhalten. Dennoch sollten sie sich vor dem Kauf über Gebühren, Risiken und die jeweiligen Handelsbedingungen informieren.
Die ausgewählten Kryptowährungen decken verschiedene Bereiche der Blockchain-Technologie ab. Bitcoin ist vor allem für seine begrenzte Gesamtmenge bekannt und wird häufig als digitales Wertaufbewahrungsmittel betrachtet. Ethereum bietet eine Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen.
XRP ist auf den Zahlungsverkehr ausgerichtet. Solana setzt auf schnelle Transaktionen und ein breites Angebot an Anwendungen. Polygon entwickelt Technologien, die Blockchain-Anwendungen skalierbarer machen sollen. Die fünf Coins unterscheiden sich damit in ihren technischen Zielen und möglichen Einsatzgebieten.
Ein Portfolio aus mehreren Kryptowährungen kann die Abhängigkeit von einem einzelnen Projekt verringern. Es schützt jedoch nicht vor allgemeinen Marktrisiken. Kurse können stark fallen, und verschiedene Coins können gleichzeitig an Wert verlieren. Auch die Aufnahme in eine Banking-App ist keine Garantie für Sicherheit oder langfristige Gewinne.
Die Sparkassen stellen den Zugang zu den Vermögenswerten bereit, geben ihren Kunden damit aber nicht automatisch eine umfassende Anlageempfehlung. Anleger müssen selbst entscheiden, welche Kryptowährungen zu ihrer finanziellen Situation und ihrer Risikobereitschaft passen.
Neben solchen etablierten digitalen Vermögenswerten entstehen Projekte, die Kryptowährungen mit Zahlungsdiensten und weiteren Finanzangeboten verbinden wollen. Dazu gehört Remittix. Das Projekt bezeichnet seinen Ansatz als PayFi und will digitale Vermögenswerte in Fiatgeld umwandeln, das direkt auf Bankkonten überwiesen werden kann.
Nach Angaben des Projekts sollen Empfänger dafür weder eine eigene Kryptobörse noch eine separate Wallet benötigen. Die Plattform zielt auf grenzüberschreitende Überweisungen und geschäftliche Zahlungen ab. Einnahmen könnten durch die Verarbeitung solcher Transaktionen entstehen. Wie groß die tatsächliche Nachfrage sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Remittix plant außerdem einen Dienst namens Earn. Nutzer sollen darüber bestimmte Kryptowährungen und Stablecoins wie Ethereum, USDT und USDC in Renditestrategien einsetzen können. Vorgesehen sind Verbindungen zu DeFi-Protokollen wie Aave, Morpho, Fluid und Maple Finance.
Für ausgewählte Vermögenswerte stellt das Projekt jährliche Renditen von bis zu 22 Prozent in Aussicht. Dieser Wert ist als Werbeangabe des Projekts zu verstehen und nicht als zugesicherter Ertrag. Renditen im Bereich der dezentralen Finanzdienste können sich verändern. Hinzu kommen Risiken durch technische Fehler, Smart Contracts, Liquiditätsprobleme und mögliche Zahlungsausfälle.
Auch der eigene Token RTX soll eine Rolle spielen. Inhaber könnten laut Projekt zusätzliche Renditevorteile erhalten. Damit will Remittix Anreize schaffen, den Token innerhalb seines Ökosystems zu halten und zu nutzen.
Das Unternehmen berichtet, dass sein Bereich für den Handel mit unbefristeten Futures bereits ein Volumen von mehr als 50 Millionen US-Dollar verarbeitet habe. Außerdem soll das Projekt rund 33 Millionen US-Dollar von mehr als 40.000 Teilnehmern eingesammelt haben. Als Ziel wurden 36 Millionen US-Dollar genannt. Diese Zahlen stammen aus Projektangaben und sollten unabhängig überprüft werden.
Der angegebene RTX-Preis liegt bei 0,28 US-Dollar. Remittix hat zudem eine spätere Preisstufe von 0,46 US-Dollar und einen Start am 24. November angekündigt. Solche Pläne können sich ändern. Ein angekündigter Preis ist kein Beleg dafür, dass der Token später tatsächlich zu diesem Wert gehandelt wird.
Zusätzlich plant das Projekt nach eigenen Angaben, 300 Millionen RTX zu verbrennen. Das soll rund 20 Prozent des Tokenangebots entsprechen. Weitere Rückkäufe und Verbrennungen aus künftigen Einnahmen sind ebenfalls vorgesehen. Eine geringere Tokenmenge allein garantiert jedoch weder eine höhere Nachfrage noch einen steigenden Marktpreis.
Die beiden Ansätze verfolgen unterschiedliche Ziele. Sparkassen erleichtern den Zugang zu fünf bekannten Kryptowährungen über etablierte Bankanwendungen. Remittix versucht dagegen, Zahlungen, Handel und geplante Renditeangebote in einem Ökosystem zu verbinden.
Für Anleger bleibt eine sorgfältige Prüfung entscheidend. Bei neuen Kryptoprojekten sollten sie die tatsächliche Nutzung, die Einnahmen, die technische Sicherheit und die Bedingungen des Tokens untersuchen. Hohe Renditeversprechen sollten besonders kritisch betrachtet werden.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ist keine Finanzberatung. Kryptowährungen und DeFi-Produkte bergen erhebliche Risiken, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Anleger sollten eigene Recherchen durchführen und bei Bedarf unabhängige Finanzberatung einholen.

