Donald Trump hat die aufsehenerregende Schließung des renommierten Kennedy Centers in Washington, D.C., für einen Zeitraum von zwei Jahren angekündigt. Diese Maßnahme, die ab dem 4. Juli, dem 250. Jahrestag der Ratifizierung der US-Unabhängigkeitserklärung, in Kraft treten soll, ist Teil eines umfassenden Umbaus, der das Kulturzentrum „auf das höchste Niveau an Erfolg, Schönheit und Pracht“ heben soll. Das von Trump angeführte Direktorium hatte die Einrichtung bereits im Dezember in „Trump Kennedy Center“ umbenannt und Trumps Namen prominent an der Außenwand anbringen lassen. Die Entscheidung muss noch vom Direktorium abgesegnet werden, dessen Mitglieder jedoch von Trump persönlich ausgewählt wurden.
Trump begründet die Notwendigkeit der vollständigen Schließung damit, dass die zahlreichen Veranstaltungen – Konzerte, Opern, Musicals und Ballett – die Bau- und Renovierungsarbeiten behindern würden. Er sprach von einer „kompletten Finanzierung“ der Sanierung, ohne jedoch genaue Kosten zu nennen. Der Republikaner betonte seit Langem, dass das 1971 eröffnete Bauwerk marode sei und einer Überholung bedürfe, und beklagte angeblich kaputte Aufzüge sowie eine Rattenplage. Dies steht im Einklang mit seiner Kritik am Kennedy Center, das er nach seinem Amtsantritt als „woke“ angeprangert hatte, ehe er es mit Gefolgsleuten neu besetzen und sich selbst zum Vorsitzenden wählen ließ. Seither wurden „linke“ Programminhalte gestrichen und durch „patriotische“ ersetzt, zudem gab es bereits bauliche Veränderungen wie vergoldete Säulen.
Die Einmischung des Präsidenten hat zu massiven Protesten und Absagen in der Kunstwelt geführt. Zahlreiche namhafte Künstler und Gruppen, darunter Komponist Philip Glass, das Musical „Hamilton“, die Schauspielerin Issa Rae, die Opernsängerin Renée Fleming und die Washington National Opera, haben Auftritte abgesagt. Philip Glass begründete seine Entscheidung mit Werten, mit denen er sich unter der aktuellen Führung nicht arrangieren könne. Die Washington National Opera kritisierte ein neues Geschäftsmodell unter Präsident Richard Grenell, das eine vollständige Vorfinanzierung jeder Produktion durch Ticketverkäufe oder Fremdmittel vorschreibt – eine Anforderung, die das Opernhaus als „nicht praktikabel“ bezeichnete.
Die Folgen der neuen Ausrichtung und Führung sind bereits spürbar. Die „Washington Post“ berichtete im Oktober 2025, dass die Kartenverkäufe des Zentrums neun Monate nach der Übernahme durch Trump auf den Tiefstwert seit der Pandemie gefallen waren. Während im vergleichbaren Vorjahreszeitraum nur etwa sieben Prozent der Plätze unbesetzt blieben, waren es 2025 rund 43 Prozent. Gleichzeitig wurde nur noch halb so viel Geld für Tickets ausgegeben. Das Kennedy Center, einst nach dem ermordeten Demokraten John F. Kennedy benannt und über Parteigrenzen hinweg als kulturelle Institution mit jährlich rund zwei Millionen Besuchern angesehen, steht nun vor einer ungewissen Zukunft unter der Führung von Donald Trump.
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