Zwei Wochen nach schweren Erdbeben in Venezuela fordert Interimspräsidentin Delcy Rodríguez die Freigabe blockierter Auslandsvermögen für die Unterstützung der betroffenen Menschen. Die finanziellen Mittel sollen nach Angaben der Regierung für Familien und Regionen eingesetzt werden, die besonders stark unter der Katastrophe leiden.
Rodríguez erklärte auf einer Pressekonferenz, sie habe den Internationalen Währungsfonds gebeten, festgesetzte Finanzmittel des Landes freizugeben. Das Geld solle direkt in Hilfsmaßnahmen und den Wiederaufbau fließen.
Neben den eingefrorenen Finanzressourcen geht es auch um venezolanische Goldreserven bei der Bank of England. Rodríguez sagte, sie habe einen Brief an den britischen König Charles III. geschickt und darin die Freigabe des Goldes gefordert.
Nach Angaben der Interimspräsidentin handelt es sich um rund 31 Tonnen Gold, die Venezuela gehören sollen. Sie betonte, die Reserven sollten für die Menschen im Land genutzt werden und den Opfern der Erdbeben helfen.
Die Bank of England hatte in der Vergangenheit die Herausgabe der Goldbestände verweigert. Das Gold hatte im Jahr 2020 laut Angaben der Bank einen Wert von rund 1,7 Milliarden Euro. Wegen des deutlich gestiegenen Goldpreises dürfte der aktuelle Wert inzwischen höher liegen.
Um die venezolanischen Goldreserven gibt es bereits seit mehreren Jahren einen internationalen Rechtsstreit. Die Regierung des früheren Präsidenten Nicolás Maduro hatte wiederholt versucht, das Gold nach Venezuela zurückzuholen.
Die Versuche scheiterten jedoch vor britischen Gerichten. Auch die venezolanische Opposition stellte sich gegen eine Freigabe der Reserven.
Die Opposition begründete ihre Haltung mit der Sorge, dass die Regierung die Goldbestände nicht für die Bevölkerung verwenden könnte. Kritiker befürchteten, dass die Reserven für politische Zwecke oder zur Stärkung der umstrittenen Regierung genutzt werden könnten.
Die aktuelle Forderung nach einer Freigabe der Vermögenswerte steht im Zusammenhang mit den schweren Erdbeben, die Venezuela getroffen haben. Die Naturkatastrophe verursachte große Schäden und löste umfangreiche Hilfsmaßnahmen aus.
Rodríguez argumentiert, dass Venezuela dringend finanzielle Mittel benötigt, um beschädigte Gebiete wieder aufzubauen und betroffene Menschen zu unterstützen. Die Regierung sieht die eingefrorenen Vermögenswerte als wichtige Hilfe für die Bewältigung der Folgen der Katastrophe.
Ob die Forderungen nach einer Freigabe des Goldes und weiterer Finanzmittel Erfolg haben werden, ist derzeit unklar. Die Entscheidung hängt von rechtlichen Prüfungen und internationalen Vereinbarungen ab.
Der Streit um venezolanische Vermögenswerte zeigt erneut die politischen Spannungen zwischen der Regierung in Caracas, internationalen Institutionen und der Opposition. Während die Regierung die Mittel für humanitäre Zwecke nutzen möchte, bleiben rechtliche und politische Fragen offen.
Für die betroffenen Menschen in Venezuela steht nach den Erdbeben vor allem schnelle Hilfe im Mittelpunkt. Die Regierung fordert deshalb Zugang zu den blockierten Ressourcen, um den Wiederaufbau zu beschleunigen und die Folgen der Katastrophe zu bewältigen.

