Der Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf, bekannt für Marken wie Nivea, hat ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 hinter sich und erwartet auch für das laufende Jahr kaum Besserung. CEO Vincent Warnery begründete die schwache Entwicklung mit einer deutlichen Abschwächung des weltweiten Hautpflegemarktes, der statt eines mittleren einstelligen Wachstums nur noch um 1,5 bis 2 Prozent zulegte. Hauptursache sei die Sparsamkeit der Verbraucher aufgrund globaler Spannungen und Konflikte, die das Konsumverhalten maßgeblich beeinflusst.
Der Geschäftsbericht von Beiersdorf weist für 2025 einen stagnierenden Umsatz von annähernd 9,9 Milliarden Euro aus, was dem Vorjahresniveau entspricht. Organisch, also bereinigt um Wechselkurseffekte, wuchs der Umsatz lediglich um 2,4 Prozent – ein signifikanter Rückgang gegenüber den 6,5 Prozent des Jahres 2024. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verharrte ohne Sondereffekte bei nahezu 1,4 Milliarden Euro, der Nettogewinn betrug 955 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert Beiersdorf kaum oder nur wenig organisches Umsatzwachstum, insbesondere im Bereich Consumer, der niedrigere Erwartungen an den Verkauf im US-Einzelhandel hat. Die Konzerntochter Tesa bildet den zweiten Geschäftsbereich.
Die enttäuschenden Zahlen schreckten Anleger ab: Die Beiersdorf-Aktien brachen im Dax um mehr als 18 Prozent ein und erreichten den tiefsten Wert seit vier Jahren. Konzernchef Warnery kündigte an, das Wachstum durch Produktinnovationen wieder ankurbeln zu wollen. Er leitete eine „gezielte Neujustierung des Nivea-Portfolios“ ein, um neue Dynamik zu schaffen, und will einen zusätzlichen Fokus auf „erschwingliche Gesichtspflegeangebote“ legen, da die Verbraucher preisbewusster und wählerischer geworden sind. Eine rasche Besserung sei jedoch nicht in Sicht; der Umbau bei Nivea wird voraussichtlich bis 2027 dauern.
Die angespannte Marktlage und die schwachen Geschäftszahlen von Beiersdorf spiegeln auch breitere wirtschaftliche Herausforderungen wider. Externe Faktoren wie die Irankrise wirken sich nicht nur auf die Börsen, sondern auch auf den Ölpreis aus und schaffen ein unsicheres Umfeld für global agierende Unternehmen. Die massiven Kursverluste der Beiersdorf Aktie verdeutlichen die Reaktion der Investoren auf die Kombination aus schleppendem Wachstum im Hautpflegemarkt und den langfristigen Umstrukturierungsplänen des Nivea-Konzerns.

