Ein schwerwiegender Fall von behördlicher Verwechslung hat eine unbescholtene Hochschulmitarbeiterin ihren Job gekostet. Liv Heide, Angestellte einer Berliner Fachhochschule, wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) fälschlicherweise mit einer Rechtsextremistin identifiziert und daraufhin fristlos gekündigt. Der Irrtum entstand aufgrund einer Namensgleichheit mit der Gründerin eines antisemitischen, rassistischen und rechtsextremen Datingportals, was die Effizienz und Sorgfalt der deutschen Geheimdienste infrage stellt und weitreichende Konsequenzen für das Opfer nach sich zog.
Laut einem Bericht der »Zeit« geriet Liv Heide bereits 2022 ins Visier des Inlandsnachrichtendienstes. Der Grund war die identische Namensgebung mit dem Pseudonym von Christiane H., jener Frau, die das rechte Datingportal »WhiteDate.net« ins Leben rief. Diese Plattform, die sich exklusiv an »weiße« Menschen richtete und rund 8000 Mitglieder zählte, war eindeutig extremistischer Natur. Das BfV verwechselte die beiden Frauen, die zufälligerweise aus derselben Gemeinde an der Ostsee stammen, und leitete falsche Informationen an die Berliner Behörden weiter.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz übermittelte seine „klar identifizierten“ Erkenntnisse über die Plattformbetreiberin an den Berliner Verfassungsschutz, wie die »Zeit« aus einem Sachstandsbericht zitiert. Ohne weitere Überprüfung durch die Berliner Behörde wurden diese Informationen wiederum an die Fachhochschule von Liv Heide weitergegeben. Die Hochschule reagierte umgehend und kündigte Heide zum Juli 2024 fristlos, basierend auf den falschen Anschuldigungen. Zu diesem Zeitpunkt war nicht erkannt, dass die gekündigte Angestellte keinerlei Verbindung zur rechtsextremen Szene hatte.
Nach der Entlassung räumte der Berliner Verfassungsschutz gegenüber der unbescholtenen Liv Heide ein, dass eine andere Person unter ihrem Namen aufgetreten war. Ihre Stelle an der Hochschule war jedoch bereits neu besetzt worden. Das BfV bestätigte auf Anfrage die Kenntnis des Sachverhalts und kündigte eine behördeninterne Überprüfung an. Im Fokus stehe dabei die Verbesserung der Prozesse bei der Klaridentifizierung von Internet-Identitäten, um solche Fehler künftig zu vermeiden. Während die Berliner Senatsinnenverwaltung sich nicht zu Einzelfällen äußert, hat die Fachhochschule für Donnerstag eine Stellungnahme angekündigt, um die Auswirkungen dieses Fehlers zu adressieren.
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