Bastian Schweinsteiger hat nach der Niederlage gegen Griechenland deutliche Worte zur deutschen Nationalmannschaft gefunden. Der Weltmeister von 2014 sieht das DFB-Team derzeit nicht mehr auf dem Niveau einer Topmannschaft.
Deutschland verlor am Sonntag in Augsburg mit 0:1 gegen Griechenland. Dimitrios Kourbelis erzielte in der 74. Minute das einzige Tor der Partie. Für Jürgen Klopp war es das erste Heimspiel als Bundestrainer. Zuvor hatte Deutschland in Amsterdam 1:1 gegen die Niederlande gespielt.
Damit hat die deutsche Mannschaft nach den ersten zwei Spielen der Nations League nur einen Punkt. Der Start unter Klopp bleibt damit ohne Sieg. Der neue Bundestrainer hatte für seine ersten Spiele einen großen Kader zusammengestellt. Insgesamt berief er 44 Spieler für vier Partien. Die Spieler wurden auf zwei Gruppen verteilt.
Schweinsteiger äußerte seine Kritik nach dem Spiel als TV-Experte. Er sagte, Deutschland sei keine Topmannschaft mehr. Die Mannschaft sei inzwischen im Mittelmaß angekommen.
Besonders vermisst der frühere Bayern-Spieler Akteure, die ein Spiel entscheiden können. Er sagte, Deutschland habe nicht mehr genug Spieler, die den Unterschied ausmachen. Als Vergleich nannte er drei griechische Offensivspieler.
Dazu gehören Konstantinos Karetsas, Christos Tzolis und Evangelos Pavlidis. Schweinsteiger sieht sie als Spieler, die wichtige Momente entscheiden können. Seine Analyse richtete sich damit vor allem auf die Qualität des aktuellen Kaders.
Trotz seiner Kritik setzte Schweinsteiger Hoffnung in Klopp. Er sagte, er hoffe, dass der neue Bundestrainer eine Mannschaft entwickeln könne, die seinen Fußball umsetzt. Klopp soll dem Team dabei eine neue Richtung geben.
Klopp selbst sprach nach dem Spiel ebenfalls über die Probleme. Er übernahm die Verantwortung für die vielen Änderungen in der Startelf. Gegen Griechenland wechselte er fünf Positionen im Vergleich zum Spiel gegen die Niederlande.
Der Trainer erklärte, dass Griechenland sehr tief verteidigt habe. Gegen einen solchen Gegner müsse die deutsche Mannschaft klare Abläufe zeigen. Dafür habe das Team aber nur kurze Zeit gemeinsam trainiert.
Klopp sagte zudem, eine Niederlage wie diese dürfe Deutschland nicht passieren. Mit einem Unentschieden hätte er leben können. Die Niederlage sei für ihn jedoch nicht akzeptabel.
Das Spiel zeigte auch die Schwierigkeiten im Angriff. Deutschland fand nur selten Wege durch die griechische Defensive. Griechenland verteidigte kompakt und wartete auf Möglichkeiten. Das entscheidende Tor fiel schließlich in der 74. Minute.
Für Klopp ist die Partie Teil eines größeren Neuaufbaus. Der Trainer hat angekündigt, Schritt für Schritt eine Mannschaft für verschiedene Spielweisen zu entwickeln. Dabei will er viele Spieler beobachten und neue Lösungen finden.
Sein ungewöhnlicher Plan sieht zwei Kader für vier Nations-League-Spiele vor. Insgesamt stehen 44 Spieler auf seiner ersten Liste. Nach den ersten beiden Partien reisen viele Spieler zurück zu ihren Vereinen. Weitere Akteure stoßen dann zum Team.
Dieser Ansatz soll Klopp mehr Informationen über seine Spieler geben. Gleichzeitig muss er schnell eine feste Struktur schaffen. Die ersten Ergebnisse liefern dafür bisher nur wenige positive Signale.
Deutschland startete mit einem 1:1 in Amsterdam. Gegen Griechenland folgte die erste Niederlage. Das DFB-Team muss nun am 1. Oktober gegen Serbien antreten. Vier Tage später steht das Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki an.
Die kommenden Spiele geben Klopp weitere Möglichkeiten für Tests. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Mannschaft. Nach Schweinsteigers Analyse fehlt es Deutschland derzeit vor allem an Spielern, die enge Spiele entscheiden können.
Der frühere Nationalspieler verbindet seine Kritik jedoch mit Vertrauen in den neuen Trainer. Klopp soll aus dem vorhandenen Kader eine neue Mannschaft formen. Dafür braucht er Zeit und klare Abläufe.
Die Niederlage gegen Griechenland hat deshalb eine neue Debatte über die deutsche Nationalmannschaft ausgelöst. Schweinsteigers Aussage stellt dabei besonders die Qualität der Spieler in den Mittelpunkt. Klopp muss nun zeigen, welche Antwort sein Team auf dem Platz geben kann.

