Die Betreiber von Gasspeichern in Deutschland schlagen Alarm. Sie warnen vor möglichen Problemen bei der Gasversorgung im Winter 2026/27. Besonders ein sehr kalter Winter könnte kritisch werden. Dann könnte es in Deutschland zeitweise zu Engpässen kommen.
Der Branchenverband der Speicherbetreiber sagt, dass die Lage unsicher ist. Grund dafür sind hohe Gaspreise und starke Veränderungen am Markt. Diese Entwicklungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, der die Energiepreise weltweit beeinflusst. Dadurch wird weniger Gas eingelagert als üblich.
Am 1. Mai waren die deutschen Gasspeicher nur zu 26 Prozent gefüllt. Das ist ein niedriger Wert für diese Jahreszeit. Normalerweise wird im Sommer mehr Gas gespeichert, um den Winter gut zu überstehen. Doch aktuell passiert das nicht im gewohnten Umfang.
Für den 1. November haben Händler zwar Speicher für rund 76 Prozent Kapazität gebucht. Doch es ist unklar, ob diese Mengen tatsächlich vollständig eingelagert werden. Der Grund ist einfach: Gas ist für den Winter derzeit oft günstiger als für den Sommer. Dadurch lohnt sich das Einlagern wirtschaftlich kaum.
Der Verband erklärt, dass genau das ein Problem ist. Wenn Firmen keinen finanziellen Vorteil sehen, speichern sie weniger Gas ein. Das kann im Winter zu Risiken führen, besonders bei starkem Verbrauch.
Experten warnen vor möglichen Engpässen bei extrem kaltem Wetter. Als Beispiel wird das Jahr 2010 genannt, das besonders kalt war. In einem ähnlichen Szenario könnte im Winter 2026/27 Gas fehlen. Die Schätzung liegt bei bis zu 20 Terawattstunden im ersten Quartal. An einzelnen Tagen könnte sogar mehr als ein Drittel des Verbrauchs nicht gedeckt werden.
Das würde bedeuten, dass Industrie und Haushalte in bestimmten Situationen weniger Gas zur Verfügung hätten. Besonders betroffen wären kalte Wintermonate wie Januar, Februar und März. In solchen Zeiten steigt der Energieverbrauch stark an.
Die Speicherbetreiber fordern deshalb bessere Kontrolle und Planung. Sie schlagen ein gemeinsames Monitoring in der Europäischen Union vor. Dabei sollen Füllstände, Verbrauch und Importe regelmäßig überprüft werden. Auch die Infrastruktur für Gas und Wasserstoff soll weiter ausgebaut werden.
Außerdem rufen sie dazu auf, Verbraucher besser zu informieren. In sehr kalten Phasen könnte es nötig sein, Energie zu sparen. Ziel sei es, eine sichere Versorgung auch in schwierigen Situationen zu gewährleisten.
Der Gasverbrauch in Deutschland ist zuletzt gestiegen. Im Jahr 2025 lag er bei rund 910 Terawattstunden. Das sind fast sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders der kalte Januar hat den Verbrauch erhöht und die Speicher zusätzlich geleert.
Ein weiteres Problem ist die langsame Wiederbefüllung der Speicher. Durch hohe Preise und unsichere Märkte wird weniger Gas eingelagert. Die Betreiber sehen darin ein wachsendes Risiko für die Versorgung im kommenden Winter.
Der Verband vertritt große Teile der deutschen Speicherbranche. Seine Mitgliedsunternehmen betreiben rund 90 Prozent der gesamten Gasspeicherkapazität im Land. Die Warnung hat daher großes Gewicht in der Energiepolitik.
Die aktuelle Lage zeigt, wie stark der Energiemarkt von internationalen Krisen beeinflusst wird. Preissteigerungen und Unsicherheiten wirken sich direkt auf die Versorgung aus. Experten sehen deshalb die Notwendigkeit, langfristig besser vorbereitet zu sein.
Ob es im Winter tatsächlich zu Engpässen kommt, hängt stark vom Wetter ab. Mildes Wetter könnte die Lage entspannen. Ein sehr kalter Winter würde die Situation dagegen deutlich verschärfen. Die kommenden Monate gelten daher als entscheidend für die Energiesicherheit in Deutschland.

