Das deutsche Technologieunternehmen Helsing hat einen neuen Schritt bei der Entwicklung eines KI-gesteuerten Kampfflugzeugs gemacht. Die künstliche Intelligenz des Unternehmens konnte erfahrene Piloten in mehreren simulierten Luftkämpfen besiegen.
Das unbemannte Flugzeug trägt den Namen CA-1 Europa. Die künstliche Intelligenz an Bord heißt Centaur. Bei einer Vorführung in München trat Centaur gegen zwei erfahrene Piloten an. Die Piloten verloren dabei mehrfach gegen das KI-System.
Einer der Piloten war früher bei der mexikanischen Luftwaffe tätig. Der zweite Pilot war ein ehemaliger deutscher Militärpilot. Er arbeitete später auch viele Jahre als Testpilot.
Die Vorführung fand im Beisein von Digitalminister Karsten Wildberger statt. Der Minister lobte die Entwicklung des Unternehmens. Er sagte, Helsing habe in fünf oder sechs Jahren eine außergewöhnliche Entwicklung erreicht.
Helsing wurde im Jahr 2021 gegründet. Seitdem ist das Unternehmen stark gewachsen. Nach eigenen Angaben beschäftigt es inzwischen etwa 1.300 Menschen. Damit ist die Belegschaft rund siebenmal größer als im Jahr 2024.
Ein wichtiger Teil der Entwicklung ist das Training der künstlichen Intelligenz. Helsing nutzt dafür nicht nur Daten aus der realen Welt. Das Unternehmen erstellt auch künstliche Trainingsumgebungen.
Robert Fink, Technologiechef von Helsing, erklärte, dass dieser Ansatz die Entwicklung deutlich beschleunigen kann. Die Entwickler können viele verschiedene Situationen erzeugen, ohne jedes Szenario in der realen Welt testen zu müssen.
Die Trainingswelt lässt sich dabei genau anpassen. Nutzer können zum Beispiel das Gelände bestimmen. Auch Wetter, Tageszeit und Sicht können verändert werden. Die KI kann daraus passende Umgebungen für ihre Übungen erstellen.
Nach Angaben des Unternehmens können dadurch lange Trainingszeiten stark verkürzt werden. Aufgaben, für die in der realen Welt Jahre nötig wären, könnten in einer künstlichen Umgebung in Minuten oder Stunden durchgeführt werden.
Die KI kann so immer wieder neue Situationen erleben. Das soll ihr helfen, schneller auf verschiedene Bedingungen zu reagieren. Die Entwickler können zudem viele Szenarien testen, ohne jedes Mal ein echtes Flugzeug einsetzen zu müssen.
Helsing betont, dass das System in einem klar begrenzten militärischen Umfeld arbeitet. Die KI soll keinen Zugriff auf externe Computersysteme haben. Sie soll auch nicht in solche Systeme eingreifen können.
Der nächste große Schritt ist bereits geplant. Helsing will den CA-1 Europa im kommenden Jahr erstmals real fliegen lassen. Der Testflug soll zeigen, wie sich das Flugzeug außerhalb der Simulation verhält.
Das Flugzeug ist rund elf Meter lang. Sein geplantes Startgewicht beträgt etwa vier Tonnen. Es wurde speziell als unbemanntes Kampfflugzeug entwickelt.
Bei der Entwicklung des Flugzeugs arbeitet Helsing mit Grob zusammen. Das bayerische Unternehmen wurde von Helsing im Jahr 2025 übernommen. Die Ingenieure von Grob sind für die Entwicklung des Flugzeugs verantwortlich.
Auch die finanzielle Basis des Unternehmens hat sich stark verändert. Helsing erhielt im Juli 1,8 Milliarden Dollar von Investoren. Das Geld soll unter anderem die weitere Entwicklung der militärischen Systeme unterstützen.
Die Ergebnisse der Simulationen zeigen das Potenzial von KI für militärische Flugzeuge. Sie zeigen aber noch nicht, wie sich das System in einem echten Einsatz verhalten würde.
Ein simuliertes Luftgefecht unterscheidet sich deutlich von einem realen Einsatz. In einer Simulation können die Entwickler die Umgebung kontrollieren. In der Realität kommen viele weitere Faktoren hinzu.
Deshalb wird der geplante Testflug besonders wichtig sein. Er soll erste Antworten darauf geben, ob das Flugzeug und seine KI auch unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Militär bringt zudem weitere Fragen mit sich. Dazu gehören die Kontrolle durch Menschen und die Verantwortung für Entscheidungen. Auch die Sicherheit der Systeme muss genau geprüft werden.
Helsing will mit dem CA-1 Europa moderne KI mit unbemannter Luftfahrt verbinden. Das Unternehmen sieht darin einen wichtigen Teil seiner langfristigen Entwicklung.
Der erste reale Flug wird deshalb ein entscheidender Test für das Projekt. Bis dahin bleiben die bisherigen Erfolge auf simulierte Luftkämpfe beschränkt. Dass Centaur erfahrene Piloten dort besiegen konnte, ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, ersetzt aber keinen Test unter echten Flugbedingungen.

