Der renommierte International Booker Preis geht in diesem Jahr an die taiwanische Autorin Yang Shuang-zi. Sie gewann die Auszeichnung für die englische Übersetzung ihres Romans „Taiwan Travelogue“. Die beiden deutschen Kandidaten Shida Bazyar und Daniel Kehlmann gingen dagegen leer aus.
Der International Booker Preis zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen der Welt. Ausgezeichnet werden Bücher, die ins Englische übersetzt wurden. Der Preis ehrt sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die Übersetzer.
Yang Shuang-zis Roman spielt im Taiwan der 1930er-Jahre während der japanischen Besatzung. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen. Eine von ihnen ist eine japanische Schriftstellerin. Die andere arbeitet als Übersetzerin in Taiwan.
Gemeinsam reisen sie durch das Land und entdecken ihre Liebe zu Literatur und Essen. Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich auch eine persönliche Beziehung zwischen den beiden Frauen.
Doch die politische Lage belastet ihr Leben zunehmend. Der Roman zeigt die Folgen von Unterdrückung, Kolonialherrschaft und gesellschaftlichem Druck. Viele Kritiker lobten das Buch für seine emotionale und politische Tiefe.
Bei der Preisverleihung im Tate Modern in London sprach Yang Shuang-zi über die Bedeutung von Literatur. Sie sagte, Literatur könne nicht vollständig von Politik getrennt werden.
Die Autorin erinnerte an die schwierige Geschichte Taiwans unter verschiedenen Kolonialmächten. Zudem sprach sie über die Bedrohung durch mögliche Konflikte in der Region.
„Ich glaube an die Kraft der Literatur“, sagte die Schriftstellerin bei der Veranstaltung. Ihre Worte fanden weltweit Beachtung.
Auch die deutschen Autoren erhielten in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit. Dass gleich zwei deutschsprachige Werke auf der Shortlist standen, galt als großer Erfolg für die deutsche Literatur.
Shida Bazyar war mit ihrem Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ nominiert. Das Buch erzählt die Geschichte einer iranischen Familie in Deutschland und behandelt Themen wie Migration, Identität und Erinnerung.
Daniel Kehlmann trat mit seinem Roman „Lichtspiel“ an. Der Autor gehört seit Jahren zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern weltweit.
Deutsche Medien bezeichneten die doppelte Nominierung als wichtigen Moment für die internationale Wahrnehmung deutscher Literatur. Viele Feuilletons lobten die starke Präsenz deutscher Autoren auf der Shortlist.
Der International Booker Preis ist mit 50.000 Pfund dotiert. Das Preisgeld wird zwischen Autor und Übersetzer geteilt. Auch alle Finalisten erhalten jeweils 2.500 Pfund.
Noch wichtiger als das Geld ist jedoch die internationale Aufmerksamkeit. Bücher auf der Shortlist erreichen oft deutlich höhere Verkaufszahlen und gewinnen neue Leser in vielen Ländern.
Die Organisatoren des Preises erklärten, dass der Wettbewerb Leser in Großbritannien und weltweit dazu motivieren soll, mehr internationale Literatur zu entdecken.
Der diesjährige Sieg von Yang Shuang-zi gilt als großer Erfolg für die taiwanische Literatur. Experten erwarten nun ein wachsendes internationales Interesse an Büchern aus Taiwan.
Trotz der Niederlage wurde die Nominierung von Shida Bazyar und Daniel Kehlmann in Deutschland als bedeutender Erfolg gefeiert. Sie zeigt, dass deutschsprachige Literatur weltweit immer stärker wahrgenommen wird.

