Der norwegische Staatsfonds, auch bekannt als “Staatlicher Pensionsfonds”, meldet für das Jahr 2025 eine beeindruckende Rendite von gut 15 Prozent. Dieses Ergebnis unterstreicht die Rolle des Fonds als wichtiger Pfeiler für die zukünftige Absicherung Norwegens, insbesondere für die Zeit nach der Ölförderung. Mit einem Gewinn von 2,36 Billionen Kronen, umgerechnet 213 Milliarden Euro, trug der Fonds maßgeblich zur Stärkung der norwegischen Staatsfinanzen bei. Er investiert die Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung des Landes global. Obwohl der Fonds den Rekordwert des Vorjahres von 2,51 Billionen Kronen knapp verfehlte und die Rendite um 0,28 Prozentpunkte schlechter als der Referenzindex ausfiel, bleibt es ein herausragendes Anlagejahr.
Fonds-Chef Nicolai Tangen führte die hohe Rendite auf einen sehr starken Aktienmarkt zurück, wobei insbesondere US-Technologieaktien wie Microsoft, Apple, Nvidia, Meta und Amazon hervorragende Leistungen zeigten. Entgegen dem Trend vieler nordeuropäischer Großinvestoren bauten die Norweger ihr Engagement in den Vereinigten Staaten sogar deutlich aus. Die gehaltenen US-Staatsanleihen stiegen von 181 Milliarden auf 199 Milliarden Dollar. Insgesamt waren Ende 2025 rund 52,9 Prozent des gesamten Fondsvermögens in den USA investiert, was die Bedeutung des amerikanischen Marktes für die Strategie des Fonds unterstreicht.
Mit einem verwalteten Vermögen von 1,7 Billionen Euro gehört der norwegische Staatsfonds zu den weltweit größten Investoren. Seine Hauptaufgabe ist es, die Einnahmen aus den nationalen Öl- und Gasressourcen langfristig und nachhaltig anzulegen, um so künftigen Generationen finanzielle Sicherheit zu gewährleisten, wenn die Ölbohrungen im Land eingestellt werden müssen. Diese Weitsicht und disziplinierte Anlagestrategie haben den Fonds zu einem globalen Vorbild in der Verwaltung von Staatsvermögen gemacht und zeigen, wie natürliche Ressourcen in dauerhaften Wohlstand umgewandelt werden können.
Im November des vergangenen Jahres sah sich der Vermögensfonds jedoch mit einer Kontroverse konfrontiert, als das norwegische Parlament eine Aufweichung seiner Ethikstandards beschloss. Diese Richtlinien hatten zuvor Investitionen in Unternehmen verboten, die an schweren Menschenrechtsverletzungen in Kriegs- oder Konfliktsituationen beteiligt sind. Der Schritt erfolgte nach internationaler Kritik, insbesondere aus den USA, nachdem der Fonds Anteile an Caterpillar und israelischen Unternehmen aufgrund deren Nutzung im Gazastreifen und Westjordanland verkauft hatte. Eine einjährige Überarbeitungspause soll nun die grundlegenden Richtlinien des Staatsfonds neu definieren.

