Die russische Hafenstadt und wichtige Flottenbasis Noworossijsk wurde in der Nacht zu Montag Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs. Nach Angaben des Gouverneurs von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, wurden dabei fünf Menschen verletzt und mehrere Gebäude beschädigt. Er rief die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht auf und erklärte, dass die Stadt die gesamte Nacht über unter Beschuss gestanden habe, wobei in Noworossijsk der Notstand ausgerufen wurde. Das russische Verteidigungsministerium berichtete, insgesamt 172 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Davon seien 67 über dem Schwarzen Meer und 66 über der Region Krasnodar, in der sich Noworossijsk befindet, abgefangen worden.
Besondere Aufmerksamkeit galt Berichten, unter anderem des unabhängigen Portals „Astra“, über einen Brand im Ölterminal Shekharis im Süden von Noworossijsk. Es wird vermutet, dass dieser Brand direkt durch die Drohnenangriffe verursacht wurde. Das Shekharis-Terminal ist für Russland von strategischer Bedeutung. Es dient als zentrale Einrichtung für die Annahme, Lagerung und den Weitertransport von Öl und Ölprodukten und spielt eine entscheidende Rolle beim russischen Ölexport über das Schwarze Meer. Ukrainische Drohnen haben das Terminal Shekharis bereits in der Vergangenheit bei Angriffen auf Militärbasen in Hafennähe ins Visier genommen und beschädigt. Die gezielte Attacke auf solche kritische Infrastruktur unterstreicht die militärische Strategie Kyjiws, Russlands Kriegsökonomie zu treffen.
Derweil äußerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Ende des vierten Kriegswinters. In seiner Videoansprache zum meteorologischen Frühlingsbeginn begrüßte er den Widerstand seines Landes gegen die anhaltenden russischen Angriffe auf das ukrainische Energiesystem. Selenskyj betonte, dass die Ukraine diesen Winter – den schwierigsten seit Beginn des Krieges – überstanden habe. „Die Russen wollten diesen Winter zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer nutzen, aber die Ukraine hat nicht nachgegeben“, erklärte er. Er hob hervor, dass Russland in den drei Wintermonaten fast 19.000 Kampfdrohnen, mehr als 14.670 Gleitbomben und 738 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt habe.
Selenskyj würdigte die Widerstandsfähigkeit der Ukrainer mit den Worten: „Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht. Die Ukrainer haben auch das überwunden.“ Die russischen Angriffe, die oft darauf abzielten, die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme zu unterbrechen, waren ein Versuch, die ukrainische Zivilbevölkerung massiv unter Druck zu setzen. Diese Attacken mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern führten zu stundenlangen Stromabschaltungen in verschiedenen Landesteilen und stellten die ukrainischen Reparaturtrupps vor enorme Herausforderungen. Trotz dieser brutalen Taktik sei es Russland nicht gelungen, die Ukraine zu brechen, was Selenskyj als einen entscheidenden Sieg der ukrainischen Nation im anhaltenden Konflikt hervorhebt.
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