Der ChatGPT-Hersteller OpenAI gab bekannt, dass das Unternehmen Monate vor dem tödlichen Amoklauf in Tumbler Ridge, British Columbia, die besorgniserregenden Onlineaktivitäten einer Nutzerin identifiziert hatte. Im Februar dieses Jahres tötete die 18-jährige Täterin acht Menschen in einer Schule und danach sich selbst, nachdem sie zuvor ihre Mutter und ihren Stiefbruder ermordet hatte. Diese Enthüllung wirft ernste Fragen über die Verantwortung von Technologieunternehmen bei der Überwachung potenziell gefährlicher Online-Verhaltensweisen auf und die Schwelle, ab der Meldungen an die Strafverfolgungsbehörden erfolgen sollten. Die Tragödie hat die kleine Gemeinde Tumbler Ridge zutiefst erschüttert und landesweit Bestürzung ausgelöst.
Im Juni vergangenen Jahres, acht Monate vor dem Massaker, identifizierte OpenAI das Konto der Nutzerin aufgrund der „Förderung gewalttätiger Aktivitäten“ und sperrte es wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen. Obwohl das Unternehmen erwog, die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) zu informieren, entschied es sich dagegen. Die Begründung lautete, dass die Aktivitäten des Kontos nicht die Kriterien für eine Meldung an die Strafverfolgungsbehörden erfüllten, welche ein „unmittelbares und glaubwürdiges Risiko ernsthafter körperlicher Schäden für andere“ voraussetzen. OpenAI gab an, keine glaubwürdigen oder unmittelbaren Planungen für eine Gewalttat erkannt zu haben, was nun Gegenstand intensiver öffentlicher Debatten ist.
Nach dem Amoklauf kontaktierte OpenAI proaktiv die RCMP und sicherte volle Unterstützung bei den Ermittlungen zu, indem sie Informationen über die Person und deren Nutzung von ChatGPT bereitstellte. Stabssergeant Kris Clark von der RCMP bestätigte den Kontakt und versicherte eine gründliche Überprüfung der Inhalte auf elektronischen Geräten sowie der sozialen Medien und Onlineaktivitäten der Täterin. Zu den Opfern des Angriffs gehörten eine 39-jährige Lehrassistentin und fünf Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren, was die Brutalität der Tat unterstreicht und die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung hervorhebt.
Der Amoklauf in der 2.700 Einwohner zählenden Stadt Tumbler Ridge in den kanadischen Rockies war die tödlichste Schulschießerei in der Geschichte des Landes und der tödlichste Amoklauf in Kanada seit dem Vorfall in Nova Scotia im Jahr 2020. Die Täterin hatte bereits zuvor Kontakt zu Polizei und psychischen Gesundheitsdiensten gehabt, was die Komplexität des Falles weiter erhöht. Eine Mutter und ihr Sohn gedachten am 14. Februar 2026 der Opfer bei einem Denkmal, ein Zeichen der anhaltenden Trauer und des Bedarfs an Antworten und präventiven Maßnahmen.
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