Ostern 2026 steht bevor und markiert das wichtigste christliche Fest, das die Auferstehung Jesu Christi feiert. Für Papst Leo wird es ein besonderes Ereignis, denn 2026 begeht er sein erstes Osterfest als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche auf dem Petersplatz in Rom. Die Osterfeierlichkeiten beginnen traditionell mit dem Gründonnerstag, an dem Christen des letzten Mahls gedenken, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit seinen Jüngern hielt. Dieses Ereignis symbolisiert die tiefe Vereinigung von Christus mit den Gläubigen und den Beginn der Passion, des Leidens und Sterbens Jesu. Nach der Gründonnerstagsmesse werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus den Kirchen entfernt, ein Zeichen für die beginnende Trauerzeit. Die etymologische Herkunft des Namens „Gründonnerstag“, ob von „greinen“ (wehklagen), ist dabei umstritten. Parallel zu den religiösen Aspekten gilt Gründonnerstag für viele Deutsche bereits als Reisetag, da die Tourismusindustrie die Osterfeiertage als erste Hauptsaison des Jahres betrachtet, was häufig zu Staus und vollen Zügen führt.
Der Karfreitag ist ein Tag der stillen Buße, des Fastens und des Gebets, an dem Christen der Leidenszeit und des Todes Jesu gedenken. Laut biblischer Überlieferung wurde der Sohn Gottes an diesem Tag in Jerusalem verurteilt und auf Golgatha gekreuzigt. Der Name „Karfreitag“ leitet sich vom althochdeutschen „kara“ ab, was Trauer oder Wehklage bedeutet. In Deutschland ist er ein „stiller Feiertag“ mit eingeschränkten Veranstaltungen und teils sogar Tanzverbot, was bei einigen Feierfreudigen auf Unmut stößt. Der Karsamstag, auch Ostersamstag genannt, ist der Tag der Grabesruhe Christi, gekennzeichnet durch stille Trauer und Ruhe. Kirchenglocken schweigen weitgehend. Da er kein gesetzlicher Feiertag ist, nutzen viele die Gelegenheit für Einkäufe, was zu langen Schlangen in den Supermärkten führt. Am Abend des Karsamstags beginnen vielerorts die ersten Osterfeierlichkeiten mit Gottesdiensten und Osterfeuern. Diese Feuer haben auch eine heidnische Tradition zur Vertreibung des Winters, wurden aber mit der Christianisierung neu gedeutet und symbolisieren nun die Freude über die Auferstehung.
Das eigentliche Hochfest ist der Ostersonntag, an dem Jesus den Tod überwand und seinen göttlichen Erlösungsauftrag erfüllte. Das Konzil von Nicäa legte 325 n. Chr. fest, dass Ostern immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt und die 40-tägige Fastenzeit abschließt. Zu Beginn der Feierlichkeiten werden Osterfeuer und Kerzen als Lichtsymbole des Lebens gesegnet. Am Ostermontag wird traditionell des Emmaus-Ganges gedacht. Laut Lukasevangelium erkannten zwei Jünger Jesus erst auf dem Weg nach Emmaus, als er das Brot mit ihnen teilte. Diese Begegnung, die Theologen als Herausforderung des Glaubens interpretieren, überzeugte die Jünger vom Wunder der Auferstehung. Sie kehrten nach Jerusalem zurück, um die Botschaft zu verbreiten, was den Brauch des Emmaus-Ganges und den weltlichen Osterspaziergang begründete.
Neben den religiösen und touristischen Aspekten gibt es um die Osterzeit auch eine Tradition des Protests: den Ostermarsch. Seine Wurzeln liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten des Kalten Krieges, wobei in den Jahren 1968 und 1983 Hunderttausende teilnahmen. In den darauffolgenden Jahren nahm der Zulauf zur Bewegung jedoch ab. Während sich viele auf Reisen begeben oder ihre Familien besuchen und dabei häufig mit Verkehrsbehinderungen zu kämpfen haben, steht Ostern als Ganzes im Zeichen tiefgreifender spiritueller Bedeutung und vielfältiger gesellschaftlicher Rituale, die von Besinnung bis zur Freude über das neue Leben reichen. Dieser Beitrag, ursprünglich aus dem Jahr 2017, wird aus aktuellem Anlass erneut veröffentlicht, um die Bedeutung und Vielfalt des Osterfestes hervorzuheben.

