Die ukrainische Armee hat einen signifikanten Erfolg auf dem Schlachtfeld erzielt, indem sie zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von russischen Streitkräften zurückerobert hat. Dies markiert laut einer Datenauswertung des Institute for the Study of War (ISW) die größte Rückeroberung von Territorium in so kurzer Zeit seit der Gegenoffensive im Juni 2023. Der jüngste Gebietsgewinn ist besonders bemerkenswert, da er fast den gesamten russischen Eroberungen des Monats Dezember (244 Quadratkilometer) entspricht. Die intensiven Kämpfe und der Fortschritt der ukrainischen Verteidiger signalisieren eine mögliche Wende an bestimmten Frontabschnitten, die seit Monaten unter starkem Druck standen.
Experten des ISW führen diesen Erfolg maßgeblich auf die eingeschränkte Nutzung des Satellitensystems Starlink durch die russischen Streitkräfte zurück. Laut russischen Militärbloggern hat die Blockierung des Zugangs zu Starlink seit dem 5. Februar die Kommunikation und die Führungsebene der russischen Truppen erheblich beeinträchtigt. Diese Störung folgte einer Ankündigung des US-Tech-Unternehmers Elon Musk, Maßnahmen zu ergreifen, um die Nutzung der Technologie durch den Kreml zu unterbinden. Ohne die Vorteile des Satellitennetzwerks verloren die russischen Einheiten eine entscheidende Komponente ihrer operativen Fähigkeiten, was die ukrainischen Gegenangriffe begünstigte.
Ursprünglich exklusiv von der Ukraine für militärische und zivile Kommunikationszwecke genutzt, hatte Starlink nach vier Jahren Krieg auch bei russischen Kräften Verbreitung gefunden. Kyjiw hatte berichtet, dass russische Drohnen, ausgestattet mit Starlink, elektronische Störsysteme umgehen und Ziele präzise treffen konnten, teilweise sogar bei Langstreckenangriffen mit Shahed-Drohnen. Die Fähigkeit, ungestört über Satellit zu kommunizieren und Drohnen zu steuern, bot den russischen Truppen einen erheblichen taktischen Vorteil. Die Unterbrechung dieser Verbindung stellt daher eine gravierende Schwächung ihrer Aufklärungs- und Angriffsfähigkeiten dar. In der vergangenen Woche wurden laut ISW nur am 9. Februar russische Geländegewinne verzeichnet, an allen anderen Tagen machte die Ukraine Boden gut.
Die jüngsten ukrainischen Rückeroberungen konzentrieren sich hauptsächlich auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja. In diesem Gebiet waren die russischen Truppen seit dem Sommer 2023 stark vorgerückt und hatten erhebliche Geländegewinne erzielt. Die jetzige Offensive dient somit nicht nur der Rückeroberung, sondern auch der Stabilisierung eines kritischen Frontabschnitts. Mitte Februar kontrollierte Moskau insgesamt 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, im Vergleich zu 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent – die Krim und Teile des Donbass – standen bereits vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.
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