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    Home»Wirtschaft»Grüne fordern Abschaffung der Rente mit 63 für Gesunde
    Wirtschaft

    Grüne fordern Abschaffung der Rente mit 63 für Gesunde

    By February 5, 2026No Comments3 Mins Read
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    Die Grünen im Bundestag schlagen eine umfassende Rentenreform vor, die darauf abzielt, die langfristige Finanzierbarkeit des Rentensystems in Deutschland zu sichern. Kernpunkt ihres Konzepts ist die Abschaffung der umgangssprachlich bekannten „Rente mit 63“ sowie der kürzlich eingeführten „Aktivrente“. Stattdessen soll der frühzeitige Renteneintritt künftig gezielt auf Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen beschränkt werden, während gleichzeitig Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen massiv ausgebaut werden sollen. Damit positionieren sich die Grünen mit einem eigenen, kontroversen Entwurf in der aktuellen Rentendebatte, die angesichts der demografischen Entwicklung und des bevorstehenden Renteneintritts der Babyboomer-Generation an Dringlichkeit gewinnt. Ziel ist es, das Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenbeziehenden zu stabilisieren und somit steigende Beitragssätze sowie sinkende Rentenniveaus abzumildern. Der Vorschlag betont dabei die Freiwilligkeit des längeren Arbeitens und lehnt eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters nach 2031 ab.

    Die »Rente mit 63«, die genauer die Möglichkeit eines abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Versicherungsjahren beschreibt, steht im Zentrum der Kritik der Grünen. Ursprünglich für Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen gedacht, profitieren laut Grünen-Sprecher Armin Grau auch viele, die im Arbeitsleben nicht stark belastet waren und problemlos bis zur Regelaltersgrenze weiterarbeiten könnten. Die Abschaffung dieser Regelung würde laut Schätzungen der Grünen jährliche Einsparungen von 10 bis 15 Milliarden Euro für die Rentenversicherung bedeuten und gleichzeitig dazu beitragen, gut ausgebildete Fachkräfte länger im Arbeitsmarkt zu halten. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt aktuell bei 64,7 Jahren und damit rund zwei Jahre vor dem gültigen gesetzlichen Alter, was die Dringlichkeit der Debatte um Anreize für längeres Arbeiten unterstreicht.

    Als Kompensation für die gestrichene »Rente mit 63« schlagen die Grünen die Einführung einer »Überlastungsschutzrente« vor. Diese soll einen erleichterten Zugang zur Erwerbsminderungsrente ermöglichen. Konkret sollen Beschäftigte in den zwei Jahren vor der Regelaltersgrenze bereits dann abschlagsfrei oder mit sehr geringen Abschlägen in Rente gehen können, wenn sie in ihrem eigenen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Dies unterscheidet sich von der bisherigen Erwerbsminderungsrente, die eine generelle Arbeitsunfähigkeit voraussetzt. Darüber hinaus soll die Erwerbsminderungsrente generell verbessert werden, indem sie künftig maximal um 7,2 Prozent statt bis zu 10,8 Prozent geringer ausfällt als die reguläre Altersrente. Die Mehrkosten hierfür beziffert Grau auf ein bis zwei Milliarden Euro jährlich. Gleichzeitig wollen die Grünen die Investitionen in Prävention und Rehabilitation erhöhen und den Kostendeckel für Reha-Maßnahmen abschaffen, um Menschen länger arbeitsfähig zu halten.

    Auch die zu Jahresbeginn eingeführte »Aktivrente«, ein Steuerbonus für Beschäftigte oberhalb der Altersgrenze, soll nach dem Willen der Grünen wieder gestrichen werden. Sie wird als »teuer und nicht effektiv« kritisiert, da sie Jüngere und Selbstständige benachteiligt. Stattdessen schlagen die Grünen alternative Anreize für längeres Arbeiten vor: Wer keine Rente bezieht und regulär weiter einzahlt, soll höhere Zuschläge auf seine künftige Rente erhalten als die derzeit geltenden 0,5 Prozent pro Monat. Zudem sollen Arbeitgeberbeiträge für Rentner, die weiter arbeiten, künftig direkt an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Diese Vorschläge zielen darauf ab, das tatsächliche Eintrittsalter sukzessive an die gesetzliche Grenze anzugleichen und gleichzeitig soziale Härten abzufedern, um die zukünftige Tragfähigkeit der Rente zu gewährleisten.

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