Der FC Bayern München hat im Gipfeltreffen der Fußball-Bundesliga Borussia Dortmund auswärts mit 3:2 besiegt und damit den Vorsprung an der Tabellenspitze auf elf Punkte ausgebaut. Was am 21. Spieltag noch wie ein spannender Bundesliga Titelkampf anmutete, als lediglich sechs Punkte die beiden Top-Teams trennten, scheint nach dem 24. Spieltag nun so gut wie entschieden. Das direkte Duell, von BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck als “All-in-Spiel” bezeichnet, haben die Münchner für sich entschieden und damit den Pott sprichwörtlich mit nach Hause genommen. Während die Hoffnung auf eine Aufholjagd in Dortmund schwindet, festigt der FC Bayern seine Position auf dem Weg zur weiteren Meisterschaft.
Das Spitzenspiel war bereits im Vorfeld von prominenten Ausfällen geprägt. Im Tor der Bayern stand nicht der etatmäßige Kapitän Manuel Neuer, der verletzungsbedingt (Muskelfaserriss in der linken Wade) nicht mit nach Dortmund gereist war. Seine Vertretung Jonas Urbig musste die Münchner Defensive organisieren. Auf Seiten des BVB fehlten zu Beginn gleich zwei wichtige Akteure: Top-Torjäger Serhou Guirassy und Ramy Bensebaini standen aufgrund des muslimischen Fastenmonats Ramadan nicht in der Startelf. Trainer Niko Kovač betonte die Auswirkungen des Fastens auf die Leistungsfähigkeit der Spieler, da Daten einen Einfluss auf die Performance belegen würden.
Die Partie selbst entwickelte sich zu einem packenden Schlagabtausch mit entscheidenden Wendepunkten. BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck, nach einer längeren Verletzungspause zurück, sorgte für Gesprächsstoff: Nach einer grenzwertigen Grätsche, die ihm glücklicherweise nur Gelb einbrachte, köpfte er nur wenig später den BVB in Führung. Kurz vor der Halbzeit ereilte Borussia Dortmund ein herber Rückschlag, als Kapitän Emre Can verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Nach dem Seitenwechsel drehten die Münchner auf. Ein brillanter Spielzug, eingeleitet von Joshua Kimmich über Serge Gnabry, ermöglichte Harry Kane den Ausgleichstreffer. Kane, der die Partie in der 70. Minute per Foulelfmeter drehte, feierte damit seinen dritten Doppelpack in Folge und sein beeindruckendes 30. Saisontor.
Trotz des Rückstands bewies Dortmund Moral und kam durch Daniel Svensson (83.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich, was die Spannung kurzzeitig wieder anheizte. Doch Bayerns Anführer Joshua Kimmich hatte das letzte Wort. Nach zwei erfolglosen Distanzschüssen in der ersten Hälfte nutzte er einen Abpraller im Strafraum eiskalt und erzielte das 3:2 in der 87. Minute – ein Treffer, der als Vorentscheidung im Bundesliga Titelkampf gelten dürfte. Kimmich selbst gab sich nach dem Spiel siegessicher: “Es liegt schon an uns. Das dürfen wir nicht mehr abgeben,” und verwies darauf, dass ein solcher Vorsprung in der Geschichte der Bundesliga noch nie verspielt worden sei. Der FC Bayern ist somit auf dem besten Weg zu einer weiteren deutschen Meisterschaft, während der BVB sich wohl mit anderen Zielen trösten muss.

