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    Home»Ausland»Russland: Kreml beschränkt Telegram und Onlinekommunikation
    Ausland

    Russland: Kreml beschränkt Telegram und Onlinekommunikation

    By February 11, 2026No Comments3 Mins Read
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    Die russischen Behörden gehen erneut gegen den Messengerdienst Telegram vor. Roskomnadsor, die Telekom-Aufsichtsbehörde, hat weitere Beschränkungen gegen mehrere Anbieter angekündigt. Laut Interfax begründet die Behörde dies damit, dass die Dienste gegen russische Gesetze verstießen, persönliche Daten ungeschützt ließen und nichts gegen Betrug sowie die Nutzung ihrer Services für kriminelle oder terroristische Zwecke unternähmen. Diese Begründung dient als offizielle Rechtfertigung für die schrittweise Einführung weiterer Restriktionen im russischen Online-Raum. Bereits jetzt berichten Nutzer über erhebliche Schwierigkeiten beim Zugriff auf Telegram, insbesondere beim Öffnen und Weiterleiten von Videos. Es scheint, als würde Roskomnadsor gezielt die Geschwindigkeit des Messengers drosseln, um dessen Nutzung zu erschweren und die Verbreitung von Inhalten zu kontrollieren.

    Die aktuellen Maßnahmen führen laut Berichten nicht nur zu Problemen für Telegram-Nutzer. Überraschenderweise ist auch der staatlich geförderte Messenger Max von den Einschränkungen betroffen. Dieser sollte eigentlich eine russische Alternative zu etablierten Diensten bieten, kämpft nun aber selbst mit Beeinträchtigungen. Dies deutet auf eine breitere und möglicherweise undifferenzierte Strategie der Drosselung hin, die unbeabsichtigte Kollateralschäden verursacht. In der Vergangenheit hatten ähnliche Blockadeversuche gegen Telegram bereits zu weitreichenden Problemen geführt, beispielsweise bei Bankingseiten und Onlineshops, was die Abhängigkeit des digitalen Lebens von diesen Infrastrukturen verdeutlichte. Andere internationale Messenger wie WhatsApp sind in Russland bereits seit Längerem blockiert oder stark eingeschränkt.

    Der Konflikt zwischen Telegram und den russischen Behörden hat eine lange und komplexe Geschichte. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mindestens sieben administrative Verfahren gegen Telegram anhängig. Dem Dienst wird vorgeworfen, Aufforderungen zur Löschung „extremistischer oder pornografischer Inhalte“ nicht nachgekommen zu sein. Dies könnte zu erheblichen Geldstrafen führen, die sich auf bis zu 64 Millionen Rubel belaufen könnten. Gründer Pawel Durow verließ Russland bereits 2014, nachdem er sich geweigert hatte, persönliche Daten von ukrainischen Telegram-Nutzern an den russischen Geheimdienst weiterzugeben. Dies markierte den Beginn einer Reihe von Versuchen der russischen Behörden, Telegram zu kontrollieren oder auszubremsen.

    Die Verschärfung der Internetkontrolle und Zensur in Russland hat seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine noch einmal drastisch zugenommen. Kritik am Vorgehen des Kremls wird als extremistisch eingestuft und entsprechend verfolgt. Im vergangenen Sommer wurden Anrufe über WhatsApp und Telegram von Roskomnadsor gesperrt, wodurch diese Dienste nur noch über ein Virtual Private Network (VPN) voll nutzbar sind. Parallel dazu wurde der Messenger Max als „sichere“ staatliche Alternative beworben, doch es gab rasch zahlreiche Klagen über Betrugsversuche. Hinzu kommt, dass russische Sicherheitsbehörden bekanntermaßen bei Max mitlesen können, was die Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Überwachung weiter verstärkt und die Glaubwürdigkeit des Dienstes untergräbt. Diese Entwicklungen zeigen eine klare Tendenz zur Abschottung und umfassenden Kontrolle der Onlinekommunikation im Land.

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