US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die US-Marine notfalls Geleitschutz für festsitzende Öltanker in der Straße von Hormus leisten wird. Diese Erklärung erfolgt, während die Operation „Epic Fury“ mit unverminderter Härte fortgesetzt wird, bei der das US-Militär laut Angaben fast 2000 Ziele in Iran attackiert und 17 iranische Schiffe zerstört haben soll. Teheran antwortet mit Gegenschlägen und hat zugleich den wirtschaftlichen Druck durch eine faktische Sperrung der Straße von Hormus massiv erhöht, wodurch Tanker in der Region feststecken. Trump weist zudem die DFC an, Versicherungsschutz und Garantien für den gesamten Schiffsverkehr in der Golfregion bereitzustellen, um den Seehandel abzusichern.
Die Meerenge von Hormus, nur wenige Kilometer breit, ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Durch sie werden Öl- und Gaslieferungen aus bedeutenden Förderländern wie Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgewickelt. Die iranischen Revolutionswächter verkündeten die Sperrung und drohen mit Angriffen auf passierende Schiffe, von denen bereits mehrere getroffen wurden, was die internationale Schifffahrt vor immense Risiken stellt und kaum ein Reeder mehr bereit ist, diese Route zu nehmen.
Die wirtschaftlichen Folgen der Blockade sind bereits massiv spürbar. Im Schnitt passierten 2024 täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl – fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs – sowie ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) die Meerenge. Die Verknappung hat die Öl- und Gaspreise rasant ansteigen lassen: Nordseeöl der Sorte Brent erreichte kurzzeitig 85,54 US-Dollar pro Barrel, der höchste Stand seit Juli 2024, während der Preis für Erdgas, das im April geliefert werden soll, zeitweise auf fast 66 Euro pro Megawattstunde kletterte. Der Irak muss seine Ölproduktion drastisch kürzen, falls die Straße von Hormus nicht frei passierbar ist.
Die angespannte Lage am Ölmarkt und die Preisentwicklung bei Gas wirken sich global aus. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) hängen die Folgen des Krieges im Nahen Osten für die Weltwirtschaft maßgeblich von der Dauer des Konflikts ab und können Inflation sowie Wachstum massiv beeinflussen. Kunden aus Asien suchen bereits nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen aus Katar, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt. In Deutschland reaktiviert Wirtschaftsministerin Reiche einen Krisenstab aus dem Jahr 2022, da der Schock besonders ungünstig kommt und die Energiepreise massiv in die Höhe schnellen.
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