Volkswagen-Chef Oliver Blume stimmt die Belegschaft auf harte Zeiten ein. Der Konzern plant große Einschnitte und will seine Kosten weiter senken. Blume fordert deshalb mehr Zusammenhalt im Unternehmen.
„Alle müssen mitziehen“, sagte Blume in einem Interview. Er verwies dabei auf den großen Umbau des Konzerns. Volkswagen habe den größten Transformationsplan seiner Geschichte gestartet.
In der kommenden Woche stehen mehrere Betriebsversammlungen bei Volkswagen an. Dort soll der Vorstand mit den Beschäftigten über die Lage und die geplanten Sparmaßnahmen sprechen.
Die Arbeitnehmerseite hatte bereits vor den Werksferien mehr Details zu den Plänen gefordert. Nun steht der Konzern vor einer wichtigen Phase.
Blume sieht die Autoindustrie weltweit in einer schweren Krise. Aus seiner Sicht verändern sich die Märkte stark. Dazu kommen politische und wirtschaftliche Probleme.
Als wichtige Faktoren nennt der VW-Chef die Geopolitik, neue Handelsbarrieren und strengere Regeln. Auch schwache Märkte und ein hoher Wettbewerb setzen Volkswagen unter Druck.
Blume sieht deshalb die kommenden Jahre als entscheidend an. Unternehmen müssten sich schnell an die neuen Bedingungen anpassen. Nur so könne Volkswagen langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Der Konzernchef rief die Beschäftigten zugleich zum gemeinsamen Handeln auf. Es gehe um die Zukunft der Mitarbeiter, des Unternehmens und der deutschen Standorte.
Volkswagen arbeitet bereits seit Monaten an einem neuen Plan für die kommenden Jahre. Blume hatte im Frühjahr ein neues Zielbild für 2030 angekündigt. Gleichzeitig wurde der Sparkurs deutlich verschärft.
Im Konzern sorgt das für große Sorgen. Besonders die Zukunft mehrerer Werke steht im Mittelpunkt. Dabei geht es um Standorte in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
Auch zusätzliche Stellen könnten betroffen sein. Insgesamt wird über den Wegfall von bis zu 50.000 weiteren Arbeitsplätzen gesprochen. Eine endgültige Entscheidung über alle Maßnahmen steht jedoch noch aus.
Blume hatte die Lage bei Volkswagen zuletzt selbst als sehr kritisch beschrieben. Der Konzern müsse dringend handeln, sagte er damals in einem Gespräch im VW-Intranet.
Dabei verwies er auch auf die aktuelle Rendite. Diese liegt bei 3,8 Prozent. Nach Ansicht von Blume reicht dieser Wert nicht aus, um langfristig genug Geld für neue Produkte und Technologien bereitzustellen.
Auch die deutschen Werke brauchen aus Sicht des Konzerns ausreichend Mittel. Volkswagen muss zugleich in neue Technik investieren und seine Kosten senken. Dieser Spagat gehört zu den größten Aufgaben des Unternehmens.
In den nächsten Tagen will der Vorstand deshalb direkt mit den Beschäftigten sprechen. Bis Ende August sind insgesamt neun Betriebsversammlungen geplant.
Die Treffen finden unter anderem in Wolfsburg, Emden, Zwickau, Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal statt.
Den Auftakt bildet am 25. August die Betriebsversammlung in Wolfsburg. Einen Tag später folgen Treffen in Emden und Zwickau. Am 31. August endet die Reihe mit der Versammlung in Hannover.
Für die Beschäftigten geht es dabei um wichtige Fragen. Sie wollen wissen, wie der Sparkurs umgesetzt wird. Auch die Zukunft der einzelnen Werke ist ein zentrales Thema.
Blume sagte, dass es für einige gefährdete Standorte derzeit keine ausreichende Auslastung für die 2030er Jahre gebe. Das betrifft vor allem Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
Eine Entscheidung über konkrete Werksschließungen sei jedoch noch nicht getroffen worden. Damit bleibt für die Beschäftigten zunächst offen, welche Standorte langfristig erhalten bleiben.
Die kommenden Betriebsversammlungen könnten deshalb wichtige Hinweise auf die weitere Strategie geben. Volkswagen steht vor einem tiefen Wandel. Vorstand und Belegschaft müssen dabei gemeinsam Lösungen für die schwierige Lage finden.

