Moskau setzt seinen Kurs gegen deutsche Bildungseinrichtungen fort. Das russische Justizministerium hat die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen auf seine Liste unerwünschter Organisationen gesetzt. Damit ist der Einrichtung jede Arbeit auf russischem Boden verboten. Wer dort mit der Stelle zusammenarbeitet, riskiert schwere Strafen.
Die Bremer Forscher analysieren seit vielen Jahren die Kultur und Politik der früheren Ostblockstaaten. Sie verfassen Berichte über aktuelle Lagen im post-sowjetischen Raum. Auch der russische Angriff auf die Ukraine steht im Fokus ihrer Arbeit. Zudem bieten sie kostenlose Analysen über Länder wie Russland oder Belarus an.
Moskau begründet diesen Schritt mit angeblicher Lobbyarbeit. Die Bremer Experten hätten in den USA für Sanktionen gegen Russland geworben. Mit diesem Verbot steht die Bremer Einrichtung nicht allein da. Auch andere deutsche Stellen sind betroffen. Das Deutsche Historische Institut in Moskau gehört ebenso dazu wie der Deutsche Akademische Austauschdienst. Auch viele politische Stiftungen aus Deutschland dürfen in Russland nicht mehr arbeiten.
Zusätzlich wurden internationale Gruppen auf die schwarze Liste gesetzt. Dazu zählt die Human Rights Foundation aus den USA. Diese Organisation wird von Julia Nawalnaja geleitet. Sie ist die Witwe des verstorbenen Oppositionsführers Alexei Nawalny. Nawalnaja erklärte vor einigen Monaten, dass ihr Mann mit einem Gift getötet wurde. Fünf europäische Staaten stützten diese Laborergebnisse.
Das neue Verbot trifft die deutsche Osteuropaforschung hart. Es erschwert den Austausch von Wissen über eine wichtige Region. Der Druck auf kritische Stimmen in Russland steigt dadurch weiter an.

